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Bilder aus unserem Vereinsleben



Hier finden Sie Bilder (zum Vergrößern einfach anklicken) und Berichte von aktuellen, aber auch von schon etwas weiter zurückliegenden Ereignissen.

 

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Jahreshauptversammlung am 7.3.2018 in Hohenstadt

 

Wie jedes Jahr konnte Vorsitzender Richard Sperber auch heuer wieder eine große Zahl an Mitgliedern und Ehrengästen im Markgrafensaal begrüßen, denn auch dieses Mal stand mit dem Fachvortrag „Strukturwandel in der Forst- und Holzwirtschaft- Auswirkungen auf Privatwald und forstliche Zusammenschlüsse“ von Ministerialrat Robert Morigl (Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) ein sehr aktuelles Thema auf der Tagesordnung.

 

Unter dem Schlagwort „Holz- Rohstoff mit Zukunft“ verdeutlichte Morigl zunächst die überaus wichtige Rolle, die Wald, Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland und besonders in Bayern spielen. So stehen nicht etwa in den EU- Ländern Schweden oder Finnland, wie oft angenommen, die höchsten Holzvorräte in den Wäldern, sondern mit 3,38 Mrd Festmetern (fm) in Deutschland (Schweden: 2,93 Mrd fm, Finnland: 1,94 Mrd fm). Mit fast 1 Mrd fm – das entspräche einem massiven Holzwürfel mit  1 km Kantenlänge (!) ­­- ist wiederum Bayern das mit Abstand holzreichste Bundesland. So verwundert es nicht mehr, dass die Forst- und Holzwirtschaft in Bayern mit 37 Mrd € Gesamtumsatz pro Jahr und 196.000 Beschäftigten (Stand: 2013) im Branchenvergleich schon an vierter Stelle nach Fahrzeugbau (130 Mrd €), Elektronische Geräte (8o Mrd €) und Maschinenbau (45 Mrd €) steht.

 

Der jährliche Holzeinschlag bleibt in Bayern deutlich hinter dem Potential von 20 Mio fm zurück (siehe Grafik). Die Bewirtschaftung ist somit in den Wäldern aller Besitzarten mehr als nachhaltig, doch der Holzvorrat und das Alter der Waldbestände nehmen stetig zu, mit der Folge, dass auch der Anteil des starken Holzes zunimmt, dessen Verwertung sich dann nicht immer einfach gestaltet, wenn es sich um Massenware handelt. Der Strukturwandel in der Sägeindustrie brachte spätestens nach Vivian und Wiebke (1990) Großsägewerke mit heutzutage mehreren 100.000 bis mehreren Mio fm  Jahreseinschnitt hervor. Das traditionelle Bauholz (Langholz), das die konventionellen kleinen Sägewerke verarbeiten, wurde mehr und mehr zum Nischenprodukt, während es im Gegensatz dazu zu einer rapiden und stetig steigenden Nachfrage nach möglichst schwächerem, standardisiertem Rundholz (Standardlängen!) durch die Großsägewerke kam, die anders als früher auch über das ganze Jahr hinweg kontinuierlich aus dem Wald versorgt werden wollen und müssen.

 

Die Sägeindustrie steht natürlich im Konkurrenzkampf mit anderen Holzverarbeitern wie der Holzwerkstoff-, Zellstoff- und Papierindustrie und sieht sich zunehmend auch in Konkurrenz mit der energetischen Holverwertung. Selbstredend muss unsere gesamte Holzindustrie auch im globalen Wettbewerb bestehen mit der Folge, dass Holz seit Jahren schon in zunehmendem Umfang importiert werden muss, was nicht zuletzt auch eine Folge des nicht ausgeschöpften nachhaltigen Holzeinschlagspotentials in unseren Wäldern ist.

 

Warum wird dieses Potential nicht ausgeschöpft? Dafür sind laut Morigl mehrere Gründe anzuführen, die letztendlich aus dem Strukturwandel in der Forstwirtschaft, vor allem des Privatwaldes (700.000 private Waldbesitzer in Bayern), resultieren. Für die rasant zunehmende Zahl urbaner Waldbesitzer (in 20 Jahren sollen es knapp 2/3 der privaten Waldbesitzer sein!) mit wenig Zeit und Interesse für, wenig Wissen um den Wald und ohne Ausrüstung und Kenntnisse in der Waldarbeit treten oft ganz andere Sichtweisen und Einstellungen zum eigenen Wald als die der Bereitstellung von Holz für die Industrie in den Vordergrund. Finanzielle Beweggründe treten damit in den Hintergrund, die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit von Bewirtschaftungsmaßnahmen (Pflanzung, Pflege, Holzeinschlag) wird nicht erkannt, die Fortbildungs- und Beratungsangebote der Forstverwaltung und der Forstlichen Zusam-menschlüsse (FZus) werden zu wenig angenommen bzw. sind zu wenig bekannt. Doch auch den „traditionellen“ Waldbesitzer hemmen nicht selten steuerliche Gründe, Niedrigzins und der immer wieder vorgeschobene angebliche Holzpreisverfall, sich marktkonform im Sinne einer kontinuierlichen Holzbereitstellung zu verhalten (tatsächlich ist aber innerhalb der EU der Holzpreis außer in Österreich nirgendwo so hoch wie in Deutschland). Dazu kommt, dass im Privatwald überdurchschnittlich viel Holz als Energieholz – auch für den eigenen Bedarf – ausgehalten wird und damit einer stofflichen Verwertung nicht zur Verfügung steht.

 

Wie kann dieser gegensätzlichen Entwicklung, dass einem immer größeren Holzbedarf der Industrie ein sinkender Holzeinschlag v.a. im Privatwald gegenüber steht, wirksam begegnet werden? Morigl sieht hier die große Chance in den bayerischen FZus, deren Professionalität in Deutschland einzigartig sei. Diese Selbsthilfeeinrichtungen der Waldbesitzer hätten die Schlüsselrolle, um die Folgen des Strukturwandels in der Forst- und Holzwirtschaft zu bewältigen und seien künftig noch deutlich stärker gefordert, wenn es darum geht ihr Klientel und damit die größten Holzvorräte in der EU nachhaltig zu mobilisieren.

 

Die Ehrengäste, allen voran Landrat Armin Kroder und Bürgermeister Jörg Fritsch, hoben in ihren Grußworten ihre Wertschätzung gegenüber der FBG Nürnberger Land hervor, die ihrer Meinung nach sehr professionell und zuverlässig arbeitet. Fritsch bedankte sich auch für die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Roth (AELF), dessen Vertreter, Dr. Steffen Taeger, auf den notwendigen Waldumbau hinwies. Eine wichtige Voraussetzung für dessen Gelingen sei ein angepasster Rehwildbestand. Momentan wird mit den Verbissaufnahmen und den daraus zu erstellenden forstlichen Gutachten wieder überprüft, ob der Rehwildbestand waldverträglich ist. Taeger appellierte an alle Beteiligten hier konstruktiv mitzuwirken und an einem Strang zu ziehen.

 

Vorsitzender Sperber erklärte den Versammelten, dass der Holzeinschlag im Bereich der FBG Nürnberger Land im Wirtschaftsjahr 2016/17 aufgrund der durch Sturmereignisse (Kolle u.a.) andern-orts angefallenen großen Schadholzmengen und wegen der lange Zeit schlechten Witterungs-bedingungen mit Rücksicht auf die durchnässten Böden zurück gefahren werden musste (verkaufte Holzmenge ca. 42.000 fm;  zum Vgl.: 2015/16 ca. 48.000 fm). Dies hatte für das abgelaufene Wirtschaftsjahr einen leichten Verlust von 801.- € zur Folge. Um sich künftig im Betriebsergebnis von den Holzeinnahmen unabhängiger zu machen, damit handlungsfähig zu bleiben und nicht durch unbeeinflussbare Beschränkungen beim Holzeinschlag in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen, schlug Sperber vor den Mitgliedsbeitrag auf 36.-€ zu erhöhen, was von der Versammlung mit nur wenigen Gegenstimmen gebilligt wurde.

 

Sperber beklagte das leider immer mehr zunehmende Unverständnis in der Bevölkerung gegenüber  forstlichen Maßnahmen im Wald. Dadurch entstehende temporäre, nicht zu vermeidende Schäden z.B. an Forststraßen und Rückewegen werden dann, oft gesteuert durch vermeintlich waldfreundliche Gruppierungen, zu dem Zweck hochgespielt eine feindliche Stimmung gegen die Bewirtschaftung des Waldes und die gesamte Forstbranche in der Bevölkerung zu erzeugen. Dieser besorgniserregenden Entwicklung gilt es entschieden entgegen zu treten.

 

Geschäftsführer Michael Müller zeigte sich erfreut über den in 2016/17 durchschnittlich erzielten Holzerlös, der mit 58.-€/fm nur einen Euro unter dem Vorjahresergebnis lag, und über die auf den beiden Submissionen in Pretzfeld und Bopfingen erzielten Ergebnisse mit Durchschnittserlösen bei der Eiche von 623.-€/fm bzw. 426.-€/fm. Auch die anderen angebotenen Wertholzstämme  schnitten sehr gut ab.

 

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2017/18 ist laut Müller geplant 38.000 fm Holz zu verkaufen. Bei Realisierung wäre ein Gewinn in Höhe von 6200.-€ zu erwarten. Dass sich der Service der FBG für ihre Mitglieder nicht auf den Holzverkauf beschränkt, machte wie­derum der Rückblick Müllers auf die durchgeführten zehn Fortbildungsveranstaltungen deutlich, wovon hier beispielhaft nur die Lehrfahrt nach Niederösterreich genannt sei.

 

Vorsitzender Richard Sperber appellierte an die Waldbesitzer vom Borkenkäfer befallene Bäume bis Mitte April aufzuarbeiten und aus dem Wald zu transportieren, um einer Massenvermehrung  vorzu-beugen. Ferner ermunterte er dazu die Dienstleistungen der FBG und des AELF Roth sowie die staatlichen Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Abschließend bedankte er sich bei allen, die ihn und die FBG wieder mit Rat und Tat sowie finanziell unterstützt haben und bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Geschäftsstelle und im Außendienst für die wiederum hervorragende Arbeit im letzten Jahr.

 

[Text: Peter Hofmann]

 

 

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LEHRFAHRT DER FORSTBETRIEBSGEMEINSCHAFT

nach Niederösterreich/Tschechien

 

 

Ende Juni trafen sich etwa 50 Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land zu einer gemeinsamen Lehrfahrt nach Niederösterreich ins Wald- und Weinviertel. Erste Station am Weg dorthin war St. Martin im Innkreis, wo die dortige Forstbaumschule besichtigt wurde. Diese hat sich auf die Erziehung von Containerpflanzen spezialisiert, welche bei sachgerechter Einbringung im Regelfall einen deutlich höheren Anwuchserfolg erzielen als wurzelnackte Pflanzen. Diese Containerpflanzen werden inzwischen bundesweit auch über die lokalen Baumschulen vertrieben.

Nächster Halt war der Wald des Stiftes Göttweig in der Wachau. Eine kurze Wanderung bei sommerlicher Hitze führte die Teilnehmer zu einer forstlichen Besonderheit, einem etwa 130 jährigen Bestand aus Mammutbäumen. Diese Baumart aus Nordamerika kann bis zu 100 Meter hoch und über tausend Jahre alt werden, dabei erreichen die Bäume einen Durchmesser von mehreren Metern. Die Stämme vor Ort sind auf einem guten Weg dorthin, wenn man bedenkt, dass sie ja noch in den Kinderschuhen stecken.

Am nächsten Tag wurde die Gruppe in einem weiteren Klosterwald erwartet, dem Stift Altenburg. Der dortige Abt und der Förster beschreiten seit Jahren einen Weg hin zu einer kostenminimierten und ökologischen Forstwirtschaft. In den vorhandenen Mischwäldern lässt ein dem Wald angepasster Wildbestand das Aufwachsen einer reichlichen und gemischten Naturverjüngung zu. In den zahlreichen von Borkenkäferbefall bedrohten Nadelholzreinbeständen sorgen „Eichelhäherfütterungen“ beschickt mit Bucheckern und Eicheln für eine Anreicherung der Verjüngung mit klimatoleranten Baumarten. Die Wälder in den trockenen Gegenden Niederösterreichs sind durch den Klimawandel sehr gefährdet, da kann diese kostengünstige Unterstützung durch den „Hilfsförster“ Eichelhäher durchaus eine Möglichkeit zum Waldumbau sein. 

Am Nachmittag ging es dann nach Norden an den Grenzfluss Thaya in den kleinsten Nationalpark Österreichs. Die dortigen Klimaverhältnisse kommen sehr nah an die auch bei uns im Nürnberger Becken prognostizierten Zustände (relativ hohe Durchschnittstemperatur und geringe Niederschläge) heran, dementsprechend diente der dortige Wald neben tierischen Raritäten wie Wildkatze und Hirschkäfer als optimales Anschauungsobjekt. Beim Abschluss des Abends in der Retzer Windmühle konnten die Teilnehmer auch die hochwertige Art der Holzverwendung in früheren Jahrhunderten bestaunen, da in dieser Mühle etwa 10 verschiedene Holzarten verbaut wurden.

Die Heimreise führte die Gruppe dann nach Tschechien südlich von Prag an den Orlik-Stausee. Dort wurden sie von der Familie von Schwarzenberg zu einer hochinteressanten Schlossführung sowie zur Besichtigung der vermutlich höchsten und auch dicksten Douglasien in ganz Tschechien eingeladen. Der dortige Förster erklärte auch die Strategie eines großen privaten Forstbetriebes, den eigenen Wald klimafest umzubauen.

Nach einem Abendessen in der Oberpfalz waren sich die Teilnehmer einig, drei hochinteressante Tage erlebt und viele Anregungen für den eigenen Wald mitgenommen zu haben.

 


Jahreshauptversammlung 2017 der Forstbetriebsgemeinschaft

 Nürnberger Land (FBG) in Hohenstadt

 

Ein wie gewohnt volles Haus konnte der Vorsitzende der Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land, Richard Sperber, auch heuer wieder im Markgrafensaal in Hohenstadt begrüßen, denn Waldbesitzer und Ehrengäste waren der Einladung wie schon in den vergangenen Jahren sehr zahlreich gefolgt. Mit dem Fachvortrag „BauBuche – Laubholz im konstruktiven Holzbau“ von Herrn Jan Hassan von der Firma Pollmeier Massivholz GmbH & Co.KG hatte die FBG auch ein Thema in den Mittelpunkt gestellt, das ihr und den Waldbesitzern schon lange auf den Nägeln brennt, geht es doch darum, den im Nürnberger Land schon jetzt überdurchschnittlich hohen und wegen des notwendigen Waldumbaus (Stichwort Klimawandel!) noch steigenden Laubholzanteil sinnvoller und wirtschaftlicher zu verwerten und nicht wie bisher wegen unzureichender Absatzmöglichkeiten überwiegend nur energetisch zu nutzen, also zur  Wärme- und Stromerzeugung CO2- neutral  zu verbrennen.

Nur 1% Anteil haben die Laubhölzer laut Hassan derzeit im konstruktiven Holzbau, obwohl sie zu gut 25% in den deutschen Wäldern vertreten sind. Mit dem ersten Furnierschichtholzwerk weltweit ist die Fa. Pollmeier nun im thüringischen Creuzburg angetreten, den Laubhölzern, allen voran der Buche, hier künftig eine größere Bedeutung zukommen zu lassen. Die im Werk aus den Buchenstämmen (auch andere Laubbaumarten sind möglich) erzeugten Schälfurniere werden verleimt und anschließend in einer kontinuierlichen Presse zu Platten mit Stärken zwischen 20 und 80 mm zusammengepresst. Daraus werden dann die Endprodukte wie Paneele, die sich z.B. für Tischplatten, Decken- und Wandverkleidungen oder Treppenstufen bestens eignen oder die hier besonders interessierenden, bis zu 18 Meter langen Träger (Erweiterung der Zulassung von Längen bis zu 35 Meter ist vorgesehen!) für den Einsatz im konstruktiven Holzbau hergestellt. Wegen der hervorragenden technischen Eigenschaf­ten von Buchenholz wird der im Vergleich zu Nadelbrettschichtholz (v.a. aus Fichte oder Kiefer) höhere Preis für Buchenfurnierschichtholz durch den geringeren Holzbedarf für Konstruktionen aus BauBuche wieder ausgeglichen. Mit BauBuche können zudem schlankere und dadurch elegantere Tragwerke aus­geführt und größere Spannweiten realisiert werden. So braucht kein Waldbesitzer befürchten, dass die für den klimawandelbedingt notwendigen Waldumbau so wichtigen Buchen und sonstigen heimi­schen Laubhölzer künftig keinen wirtschaftlich befriedigenden Absatz finden könnten, zumal sich auch durch chemischen Aufschluss schon derzeit bisher ungeahnte Verwendungsmöglichkeiten für diese Hölzer auftun. Weitere Informationen zur BauBuche und ein Film zu deren Herstellung sind unter www.pollmeier.com erhältlich.

Innovativ und professionell und damit unverzichtbar ist auch die FBG, wie dieser und ihrem Vorsitzenden in den Grußworten der Ehrengäste immer wieder bestätigt wurde und wofür sie Dank und Anerkennung aussprachen. Landrat Armin Kroder strich die Wichtigkeit des forstlichen Zusam­menschlusses mit derzeit 2313 Mitgliedern (von insgesamt ca. 10.000 Waldbesitzern im Nürnberger Land) hervor und lobte diese für die ordnungsgemäße und nachhaltige Bewirtschaftung und Pflege ihrer Wälder, was nicht zuletzt auch im Interesse der Öffentlichkeit liege. Damit der hierfür notwendige Aufwand auch in den Zeiten des Klimawandels erträglich bleibt, appellierte Dr. Christian Kölling vom AELF Roth an die Waldbesitzer auch weiterhin die Beratung durch die staatlichen Revierförster und die aufgestockten Fördergelder in Anspruch zu nehmen.

Deutlich wurde im Verlauf der Versammlung, dass weitere Naturschutzgroßprojekte wie ein dritter bayerischer (Wald-) Nationalpark oder die pauschale Forderung nach Herausnahme von 10% des deutschen Waldes aus der Nutzung sehr skeptisch bis ablehnend beurteilt werden. Viel zielführender wird dagegen der bayerische Weg der Waldbehandlung gesehen und verfolgt, bei dem sich die Nutzung und der Schutz des Waldes auf ideale Weise verbinden lassen. Unterstützt werden könnte nach Ansicht Sperbers und des mittelfränkischen BBV- Präsidenten Günter Felßner die Realisierung des Naturschutzgroßprojekts „Dolomitkuppenalb“ -  aber nur dann, wenn die Grundstückseigentümer auf freiwilliger Basis mitmachen und keine weiteren Einschränkungen für Land- und Forstwirtschaft zu erwarten sind.

Geschäftsführer Michael Müller blickte auf das abgelaufene Wirtschaftsjahr zurück, das mit gut 48.000 Festmetern (fm) im Auftrag der FBG-Mitglieder verkauftem Holz wieder als sehr erfolgreich zu bezeichnen ist. Knapp 20.000 fm davon waren Fichte – übrigens „Baum des Jahres 2017“ –, was deutlich macht, dass die Fichte im Nürnberger Land und auch deutschlandweit jetzt und in den nächsten Jahrzehnten „der Brotbaum“ für die Forstwirtschaft und die Holzindustrie schlechthin ist und bleiben wird. Knapp 10.600 fm Kiefer und gut 6700 fm Laubholz, fast ausschließlich Buche, wurden verkauft, allerdings fast alles als Buchenindustrie- oder als Buchenbrennholz. Die besten Laubholz- und Fichtenstämme wurden meistbietend verkauft, wobei der beste Ahornstamm auf der Submission Pretzfeld mit einem Erlös von 649.-€ pro fm aus dem Nürnberger Land stammte. Der Durchschnitts­erlös für Eiche aus dem Nürnberger Land lag beim Bopfinger Wertholztermin, an dem die FBG erstmalig teilnahm, bei 785.-€ pro fm, in Pretzfeld bei 436.-€ pro fm und für Fichte bei 160.-€ pro fm. Das sind Ergebnisse, auf die die Eigentümer der Hölzer stolz sein dürfen und die Hoffnungen auf eine künftig adäquatere Bewertung der Laubhölzer, z.B. bei der Verwendung zur Herstellung von BauBuche, als durchaus berechtigt erscheinen lassen.

Für das laufende Wirtschaftsjahr 2016/17 hat die FBG beim Holzeinschlag und -verkauf in gleicher Größenordnung geplant.

Dass sich der Service der FBG für ihre Mitglieder nicht auf den Holzverkauf beschränkt, machte wie­derum der Rückblick Müllers auf die durchgeführten Fortbildungsveranstaltungen deutlich, wovon hier beispielhaft nur die Lehrfahrt an die Mosel genannt sei.

Vorsitzender Richard Sperber appellierte an die Waldbesitzer, die durch die Winterstürme geworfenen Bäume bis Mitte April aufzuarbeiten und aus dem Wald zu transportieren, um eine Massenvermehrung der Borkenkäfer zu verhindern. Ferner ermunterte er dazu, die Dienstleistungen der FBG und des AELF Roth sowie die staatlichen Fördermittel in Anspruch zu nehmen. Abschließend bedankte er sich bei allen, die ihn und die FBG wieder mit Rat und Tat sowie finanziell unterstützt haben und bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Geschäftsstelle für die wiederum hervorragende Arbeit im letzten Jahr.

 

Text: Peter Hofmann

 

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Ein Leben mit dem Wald, dem Wein und der Klassik

 

 

Erneut machten sie sich auf den Weg, Ungewohntes, Neues kennenzulernen: die traditionelle dreitägige „Lehrfahrt“ führte einen Bus voll Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land (FBG) in den äußersten Westen unserer Republik, den zwischen Hunsrück und Eifel eingebetteten Landstrich der Mittelmosel. Zu erleben gab es beim Eintauchen in das alte Kulturland rund um die Römerstadt Trier: ein Leben mit dem Wald, dem Wein und der antiken Klassik.

 

Wald ist unverzichtbarer Teil unserer Kulturlandschaft, selbst überwiegend Kulturgebilde („Silvicultura“) mit sehr vielfältigen sozio-kulturellen Aufgaben. Etwa der einer „grünen Lunge“ einer Großstadtbevölkerung, wie es der Frankfurter Stadtwald ist, mit zusammenhängend fast 5800 ha einer der größten kommunalen Wälder Deutschlands. Auf nicht weniger als 450 km Wegen können Erholungssuchende spazieren, wandern, joggen und radeln sowie, getrennt davon, auf 80 km reiten. Im „Stadtwaldhaus“, dem forstlich-ökologischen Informationszentrum mit der ungewöhnlichen Architektur zählt Johannes Hölzel, der noch nicht lange aus Oberfranken an die Goethestadt gewechselte Leiter des Stadtforstamtes, sie alle auf, die Erwartungen und Anforderungen an den Wald und an ihn als Verantwortlichen: Entspannung, Stressabbau für jährlich rd. 5Mio Waldbesucher, Lernen und Erleben bei rd. 500 Führungen. Lärm-, Sicht-und Klimaschutz und auch Wald als Lieferant von Trinkwasser und Holz, zugleich vielfältigen Lebensraum für Flora und Fauna.

 

In einer Vielzahl beeindruckender Waldbilder konnten die Waldbesitzer und ihre mitreisenden „Förster“, froh darüber dass die Regenwolken der Sonne gewichen sind, die achtsame „Hand“ von Hölzel und seinem Team sehen und bewundern. Während ein Flugzeug nach dem anderen über die vitalen Kronen der Eichen und Buchen zogen, die allein über die Hälfte des artenreichen Baumbestandes ausmachen.

 

Von Franken- zum Moselwein: Nach einer Stärkung in der Traditionsgaststätte „Oberschweinstiege“ ging es von der Mainmetropole ins beschauliche Moselstädtchen Bernkastel-Kues, Station für zwei Tage, mit einer Idylle, zu der nur eine erdbraune, reißende Mosel nicht passen wollte. Auch nicht zum weinseligen Ambiente des Nachbarörtchens Kröv. Der Besucher verbindet  den Ort gerne mit dem „Himmlischen Moseltröpfchen“ und natürlich dem „Kröver Nacktarsch“. Nach wie vor ist letzterer ein Verkaufsgag und optisch allgegenwärtig in den steilen Weinlagen, durch die eine sehr informative, unterhaltsame und genüssliche(!) Wanderung auf dem „Weinkulturweg“ führte, mit vielfältigen Infos zu Wein, Weinbau und Geschichte. Zum Riesling u.a., der mit 60 % Anbaufläche „Königin“ der Mosel-Rebsorten. Und zur Großlage mit dem durch etwas anzüglichen Namen: der herrührt vom Weinanbau auf steilsten, felsigen Lagen, eigentlich „nacktem Arsch“. Oder vom Nektar, dem Göttertrunk der antiken Sagen, womit man bei den Römern wäre, die der ganzen Gegend - mit Zentrale Trier - ihren Stempel aufdrückten.

 

Vor dem Besuch von Trier, der heutigen Großstadt, lange Zeit größten und ältesten Stadt hierzulande, geht es in die ausgedehnten Wälder der Südeifel. Der Besuch gilt der Revierförsterei Oberkail, Teil eines der größten privaten (adligen) Forstbetriebe mit Schwerpunkt auf der rauen Nordeifel. Im properen Betriebshof stellt Revierleiter Tarlach Wohlers seinen mit 2400 ha Waldfläche ansehnlich großen Dienstbezirk vor, Teil des insgesamt fast 8000 ha umfassenden „Herzoglich Arenbergischen Forstbesitzes“, der „Arenberg-Schleiden GmbH“. Wohlers hat ein starkes engagiertes Team aus Forstwirten, mit Forstwirtschaftsmeister und ausgefuchstem Maschinenführer um sich.

 

„Botschaften“ des ebenso engagierten wie beredten Försters in einem nicht nur standörtlich (wechselfeuchte Böden,) sondern auch jagdlich problematischen Gebiet (Rotwild), um den privatwirtschaftlich orientierten und doch vielfältigen, multifunktionalen, in mehreren Waldbildern vorgezeigten Wald zu schaffen: „Pulver und Blei“, d.h. Intensives, wildgerechtes Jagen (kein Ausrotten von Wild), solange nötig ( selbst fabrizierte 2m hohe hölzerne) Wildgatter für möglichst natürliche Verjüngungen, neben Fichte und Buche „Mut zu mutmaßlich klimastabilen Baumarten“: Weißtanne, Douglasie, Roteiche, auch (Hybrid)Nuss und andere. Ein Rezept nicht nur für die Südeifel…

 

„Trier heißt Leben mit - und von - der Klassik“. Die mehr als 2000 Jahre alte, überhaupt älteste und größte Stadt seinerzeit auf deutschen Boden, viele Jahre Residenzstadt römischer Kaiser, könnte von der äußerst kundigen Führerin nicht besser beschrieben sein. Oder von J.W. von Goethe als „Pfaffennest“ mit seinen über 45 Kirchen. Die heutige quirlige Großstadt lässt die Besucher aus Franken auf der letzten Station im Land von Wald, Wein und antiker Klassik unentwegt den Geist spüren, der von den zahlreichen alten Zeugnissen ausgeht. Von denen das „Schwarze Tor“ (Porta Nigra), benannt nach der konservierenden manganhaltigen Kruste, neben dem Dom und der gewaltigen Konstantinbasilika wohl das bekannteste ist.

 

Wenn Lehren „Lernen durch Erleben“ mit allen Sinnen und Eröffnung neuer Perspektiven bezweckt, dann überboten sie sich selbst wieder, die stets kreativen Organisatoren der Lehrfahrt: Michaela Sörgel und Michael Müller von der Henfenfelder FBG-Zentrale: mit dem „Abstecher“ auf der Heimfahrt zum 2014 eröffneten „Steigerwaldzentrum“, der „Erlebnis-und Bildungseinrichtung“, wo der „Wald in allen seinen Funktionen und ein nachhaltiger Lebensstil greifbar werden“. Und zuletzt die Gelegenheit bei einem über 1 km langen Gang durch und über Baumwipfel neben dem ungewohnten optischen Perspektivwechsel auch einen gedanklichen zu vollziehen. Vom altvertrauten Wirtschafts- zum gesamten spannenden Lebensraum Wald. Der architektonisch kühne, sich kelchförmig nach oben öffnende, über 40 m hoher Holzturm steht symbolisch für Unbegrenztheit…

 

 (Text:  Hermann Hatzelmann)

 

 

 

 

 

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JAHRESHAUPTVERSAMMLUNG 2016

 

Dürre Zeiten für unseren Wald?

 

Die Bilanz des „Extremjahres“ 2015 für die heimischen Wälder und wie der Wald der Zukunft gebaut werden kann, waren das zentrale Thema der gut besuchten Mitgliederversammlung 2016 der Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land in der Markgrafenhalle Hohenstadt. Die Berichte zum vergangenen Geschäftsjahr in der von 1. Vorsitzenden Richard Sperber souverän geleiteten Versammlung waren insgesamt positiv. Turnusgemäße Wahlen brachten im Vorstand keine, im Ausschuss nur kleine Veränderungen.

 

Warum kommen Jahr für Jahr so viele Besucher zur Jahresversammlung einer forstlichen Selbsthilfe- und Servicevereinigung wie der „FBG Nürnberger Land w.V.“, dass sie kaum Platz finden im Hohenstädter Markgrafensaal? Was, auch dieses Jahr, außer zahlreichen Mitgliedern viele Vertreter kooperierender Behörden, Verbände und Firmen sowie politische Mandatsträger in den traditionellen Tagungsraum mit der eindrucksvollen Holzarchitektur zieht, ist nicht bloße Nabelschau einer eigenwirtschaftlich erfolgreichen Vereinigung, wohl auch nicht adlige Anwesenheit: Waldprinzessin Manja Rohm. Es sind die stets aktuellen „brennenden“ Themen, welche die Regie, die Vorstandsgruppe um 1. Vorsitzenden Richard Sperber, der Versammlung präsentiert.

 

Angesichts eines Trendes sich jährlich überbietender Wärmerekorde befasst sich das zentrale Referat mit den „Auswirkungen der Trockenheit 2015 auf die aktuelle Waldschutzsituation in Bayern“. Ludwig Straßer, Spezialist von der „Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft“ (LWF) in Freising, sieht das allen unvergessene Trockenjahr mit gerademal 60% des Niederschlag-„Solls“ im Klimatrend einer linearen Erhöhung der Durchschnittstemperatur in Deutschland: von 7.8 auf 8,9 °C im Zeitraum 1981-2010. Mit den Folgen: allgemeinem Trockenstress mit „Herbsthabitus“ mitten im Sommer, auffälligem Schädlingsbefall an Eiche (Prozessionsspinner) und Fichte(Borkenkäfer: „aus 1 „Buchdrucker“-Weibchen im Frühjahr können in 3 Generationen 100.000 zerstörerische Käfer werden“, so Straßer). Weitere Folgen sind Zuwachseinbrüche von Ø 30% (Fichte 50%), Schäden von mindestens 500 Mio. € für die deutsche Land- und Forstwirtschaft.

 

„Dürre Zeiten“ also für unseren Wald? Ludwig Straßer von der „Denkfabrik“ LWF, zu der maßgeblich auch Dr. Christian Kölling gehört, der Nachfolger des verabschiedeten Harald Gebhardt im Amt des Bereichsleiters Forsten des AELF Roth/Hersbruck, sieht Hoffnungsträger für einen Fortbestand des „Deutschen Waldes“: als weitgehenden Ersatz für die Hochlagenbaumart Fichte die robuste Weißtanne, besonders die vitale Rotbuche, begleitet von (Trauben-)Eiche, (Sommer-)Linde, (Spitz-)Ahorn, „Raritäten“ wie Elsbeere, dazu Douglasie und Europäische Lärche.

 

Umbau der heimischen Wälder, auch der über 50% in Privatbesitz, in mischungsreichen „Zukunftswald“ ist wiederum an diesem Abend „roter Faden“ für Richard Sperber in seinem ausführlichen Bericht, gleichsam einer „Regierungserklärung“ des 1. Vorsitzenden: danach ist „zur umfassenden Schaffung klimastabiler Wälder unabdingbar ein angepasster (Reh-)Wildbestand“. Daher sein Apell ans Publikum, wo irgend möglich Einfluss zu nehmen auf die aktuelle periodische Abschussplanung sowie dessen Kontrolle.

 

Stolz ist R. Sperber auf den Beitrag „seiner FBG“ zur Klimavorsorge: den Einsatz nachwachsender Energieträger, in Höhe von fast einem Viertel des gesamten FBG-Holzaufkommens, als „wichtigen Beitrag zur Energiewende im Landkreis“ - beispielhaft das Bio-Heizkraftwerk Hersbruck mit expandierendem Nah- und Fernwärmenetz. Als Beitrag außerdem „zu Versorgungssicherheit, einer gewissen Preisstabilität und ausschließlich regionaler Wertschöpfung“, wie er betont. Ein Engagement, das sich auch niederschlägt in der Beteiligung der FBG an der „Energieprojektagentur Nürnberger Land“.

 

Anlässe genug für die Bekundung von lobender Anerkennung seitens zahlreicher Grußwortredner, Bekundung von Dank durch R. Sperber für loyale und engagierte Zusammenarbeit in FBG-Vorstand und –Ausschuss, deren Erfolg sich in den Wirtschaftsberichten von Geschäftsführer Michael Müller und Kassier Werner Häberlein  zeigt. Dank auch an drei ausscheidende Ausschussmitglieder: Erwin Bammler (39 Jahre), Friedrich Kalb (21 Jahre) und Fritz Kellermann (15 Jahre, zuvor Vorstandsmitglied in FBG Altdorf und Nürnberger Land). In von FBG-Mitglied H. Gebhardt geleiteter Neuwahl wurde dem bisherigen Vorstand erneut das Vertrauen ausgesprochen, ebenso dem Ausschuss samt den Neuzugängen (Nicole Schmidtmeyer, Johannes Scharrer und Michael Orth).

 

Sie werden es brauchen für verantwortungsvolles, vorausschauendes Handeln zum Wohle der FBG-Mitglieder und eines Waldes, der Zukunft hat.

(Text:  Hermann Hatzelmann) 

 

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Die Hohen Tauern, eine Reise voller Naturschönheiten

  

Die Lehrfahrt der Forstbetriebsgemeinschaft Nürnberger Land ist mittlerweile zur liebgewonnenen Tradition geworden. So trafen sich auch dieses Jahr wieder 54 Reiselustige in aller Früh zum 3tägigen Aufbruch nach Ost- und Südtirol.

Das erste Reiseziel, das Zedlacher Paradies im Virgental in Ost-Tirol bot mit den 400 bis 600 Jahre alten Lärchen zahlreiche Besonderheiten. Anhand eines gelungenen Lehrpfades erklärten die Ranger des Nationalparkes Hohe Tauern die naturräumlichen Gegebenheiten und die artenreiche Tierwelt. Durch die zahlreichen alten Bäume und den hohen Totholzanteil entstehen viele Nischen für seltene Arten wie zum Beispiel den Uhu. Vom eindrucksvollen Baum der Mitte, eine riesige, knorrige alte Lärche, die in 11 m Höhe noch einen Stammumfang von 6 Metern hat, ging es weiter Richtung Strumerhof oder Wodenalm, je nach Wanderlust der Teilnehmer.

Der zweite Tag startete mit dem Besuch der Waldgenossenschaft Iseltal. Sie ist mittlerweile die einzige Waldgenossenschaft Österreichs, die mit einem Sägewerk die erste Holzverarbeitungsstufe selbst betreibt. Aufgrund dieser Besonderheit kauft die Waldgenossenschaft alle von Ihren Mitgliedern anfallenden Holzsortimente auf. Die Führung durch das Sägewerk gab einen interessanten Einblick in die Vermessung, Sortierung und Verarbeitung des Rundholzes.

Im Oberhauser Zirbenwald im Defereggental konnten die Teilnehmer bei wunderschönem Bergpanorama erfahren, dass der Tannenhäher ähnlich wie der Eichelhäher die Samen zur Vorratshaltung vergräbt, aber nur 80% davon wieder findet und somit einen wesentlichen Beitrag zur Verjüngung der Zirbe beiträgt. Die ätherischen Inhaltsstoffe der Zirbe verlangsamen laut wissenschaftlichen Studien den Herzschlag, so dass mittlerweile Zirbenprodukte, angefangen von den Spänen bis zum Schnaps, weltweit bestens verkauft werden können. Daneben hat der Nationalpark einiges an Heilpflanzen zu bieten, wie zum Beispiel die Meisterwurz, deren magenberuhigende Wirkung von den Teilnehmern selbst getestet werden konnte. Anschaulich schilderte der Ranger Andreas Rofner wie Aberglaube und Angst zur Ausrottung des Bartgeiers geführt haben, dessen Flügelspannweite bis zu 3 Meter beträgt und bei dem bei Aufregung eine rötliche Färbung der Augen eintritt. Seit einigen Jahren wird dieser  in länderübergreifenden Schutzprojekten wieder erfolgreich auch in den Hohen Tauern angesiedelt.

Einen beeindruckenden Eindruck, wie eine ganze Gemeinde mit 16.000 Einwohnern zu 95 % mit alternativen Energien versorgt werden kann, vermittelte das Biomasse Fernheizkraftwerk Bruneck, in dem pro Jahr 200.000 srm Hackschnitzel zur Energieversorgung verbrannt werden. (1 srm Hackschnitzel hat einen Energiegehalt von ca. 65 l Heizöl). Unabhängig von Ölkrisen und anderen wirtschaftlichen Einflüssen stellen die dortigen Stadtwerke somit eine kostengünstige und umweltfreundliche Wärmeversorgung den Einwohnern zur Verfügung. Ob diese Dimensionen je für ein Blockheizkraftwerk im Nürnberger Land umsetzbar wären, interessierte die Teilnehmer und führte auch hier zu einem angeregten Erfahrungsaustausch.

Einen schönen kulturellen Abschluss bot der Besuch des Augustinerklosters Neustift bei Brixen in Südtirol sowie das Bräustüberl am Tegernsee.

 

 (Text: Michaela Ehmann)